Lyrik von Friedrich Treber - Stummer Schmerz

Schmerz, der nicht schreit,
jagt auf Gedanken,
Dohlen im Rauchfang
flatternd und schreiend,
Licht suchend hilflos.
Wolken aus Ruß.
Schwingen zerknicken,
furchen den Stein.

Manchmal doch gnädig
Phantasie
schüttelt den Schleier
traumgewoben.
Tropfen draus sinken,
lindernde Tränen,
fallen durch Schwärze,
sprühende Sterne,
werden in Federn
leuchtende Steine.
Nachtvögel, verzaubert
in sanftbunte Falter
gaukelnd im Halbdunkel
weben sie Märchen,
Weh, wenn die Flügel
Wahrheitsglut streifen!

© Text mit freundlicher Genehmigung von Friedrich Treber. Der Künstler und Schauspieler Friedrich Treber, Jahrgang 1943, ist Lehrer im Ruhestand und lebt im pfälzischen Pirmasens.

Werkverzeichnis Friedrich Treber:
Ein Geschenk für Lehrer Müller? Weinheim, 1994
Sitzengeblieben. Weinheim 1994
Glaube, Liebe, und so weiter. Weinheim 1998
Alleine hält das keiner aus! Weinheim 1999
CD: Steine und Blumen. Laura Records, Eisenberg/Thüringen 2005
CD: Von der anderen Seite. Laura Records, Eisenberg/Thüringen 2008

musik, kunst, lyrik, satire

Lyrik von Manfred Dechert - Für jeden Toten ein Glas Wein

Ich trinke einen Wein
obwohl ich selten trinke ich
mir die Toten zurück musst Du
nicht wenn ich trinke mein Qualtinger
Ich trinke und merke den Wein mein
Stolz zum Tanzen zum Heurigen schunkeln
mit Moser ich trinke Euch zurück

Ich trinke heute gerne Wein
selten allein seltener mit großen Toten
so leicht in der Gräberstuben keine Angst
ich trinke den dritten vierten da schau
der Danzer den fünften im Fiaker den
sechsten mich tottrinken kann ich heute
nicht heim Gräberstuben Gräberstuben
wer will da heim daheim mein Qualtinger
spielt liest in den Gräberstuben

Ich trinke nimmer Wein denn mein Kopf
mein Stolz zum Weinen bringen sie nicht
die Lebtoten mit ihrer Sperrstund
Solang ich trink ist ein Leben in den Stuben
solang ich nicht fall schmeckt der Wein
solang ich den Toten lebend trink
ist niemand mehr fad in den Stubengräbern

Ich trinke einen Wein
und noch einen für meine liebste nie geliebte
Österreicherin einen für meinen nie schunkeln
nie schunkelnden Freund ich will
nicht heim sie stützen mich ich will
noch einen Wein
dann lassen sie mich allein
und fall lustig so sterb ich
So selten
drum trink für mich

Über Manfred Dechert: http://raeuber77.de/Dechert.html 
Text mit freundlicher Genehmigung von Manfred Dechert
Pressenet
www.pressenet.info

Pfaffelnews

Die Alten

Es gibt sie schon, die "reichen" Alten. Die mit Vermögen... sicher. Aber das sind eigentlich weniger die, die ich täglich auf der Straße sehe. Was ich sehe, sind andere Alte.

Die alte Frau mit der Gehhilfe, die immerzu hin und her pendelt zwischen der Innenstadt und ihrer Wohnung im Randgebiet. Das ist mühsam... und oft fragt sie nach Hilfe. Sie kann den Fahrplan nicht mehr lesen. Oder sie braucht ein, zwei Münzen. Verwickelt die Leute in ein Gespräch. Man geht ihr aus dem Weg, sie ist dafür schon bekannt. Und wenn ich in Eile bin, tu ich es auch. Eigentlich will sie nur dabei sein... sie ist seit langem allein.

Der alte Mann... Rentner seit langem... für ganz wenig Geld hält er kleine Grünflächen in Ordnung und säubert den Gehsteig. Er trägt einen Blaumann und hat ein Rad dabei. Nicht um damit zu fahren... das kann er nicht mehr so richtig. Aber er transportiert seine Arbeitsutensilien damit... erst gestern gingen wir hinter ihm her. Er schob es die Straße hinauf... mühsam... oh, so mühsam. Das Geld wird ihm helfen, vielleicht... es ist kaum etwas. Aber er will sich auch gebraucht fühlen, denke ich. Noch etwas wert will er sein, ein arbeitender Mensch. Das kennt er aus seiner Jugend... nur einer der schafft, ist etwas wert.

Ja und ich sehe und höre, wie man sich über die beiden lustig macht... man lacht über den Mann, wenn er auf den Knien ist und Unkraut aus den Ritzen der Pflastersteine rupft.

Und ich denke mal wieder an Kurt Tucholsky, der da meinte: "Man kann gar nicht so viel essen, wie man kotzen möchte."

© Text mit freundlicher Genehmigung von Puck Grünenwald / Pressenet www.pressenet.info 

Die besten Bands der Welt

Lyrik von Friedrich Treber - Lehrer Löwenzahn

Im harten Grund der Fahrspur trieb ein Löwenzahn
goldgelb die Blüte über Grün an karger Statt.
Geknickt den Stengel wir schon wenig später sah'n.
Zerquetscht am Boden kaum noch heil ein Blatt.

Bewegen sich zu Freude, Kämpfen oder Flucht
zwingt Leben jeden, ob er auch nicht darum bat.
Kein Lebender vermied, so sehr er's auch versucht,
daß täglich ungezähltes Leben er zertrat.

Zur Frühlingsreife trieb am selben schlechten Ort
derselbe Löwenzahn neu die Laternenblüte aus.
Verkrüppeltes bemüht, zu pflanzen Leben fort,
sein Körnchen auch zu setzen an des Daseins Haus.

Wo Sinn und Auftrag? Frag ich, ödet Leben an.
Und keine Antwort gibt Gewißheit bis ins Grab.
Doch eine liegt im Tun des tapf'ren Löwenzahn,
der ohne Fragen leidend Leben weitergab.

© Text mit freundlicher Genehmigung von Friedrich Treber. Der Künstler und Schauspieler Friedrich Treber, Jahrgang 1943, ist Lehrer im Ruhestand und lebt im pfälzischen Pirmasens.

Werkverzeichnis Friedrich Treber:
Ein Geschenk für Lehrer Müller? Weinheim, 1994
Sitzengeblieben. Weinheim 1994
Glaube, Liebe, und so weiter. Weinheim 1998
Alleine hält das keiner aus! Weinheim 1999
CD: Steine und Blumen. Laura Records, Eisenberg/Thüringen 2005
CD: Von der anderen Seite. Laura Records, Eisenberg/Thüringen 2008

Christiane Rühmann - Geschichten

Verse in Farbe von Rainer Thielmann - Old Delhi

Menschenhupentempeldreck
Rikschacurrybusversteck
Bettlerbrachenlumpenkot
Lebensingweratemnot

Hundeschwülegötterkuh
AugenskelettenstimmenYOU!
Händlerpferchenhimmelnah
Hindustäbchendufterbar

Sitarmessingrupienschrott
Überunternebenjob
Gassenteafortwoagent
Schocktouristenexkrement

Farbenqietschenkrüppelqual
Monsunmantragüllkanal
Stimmenräderchickenhalt
Delhidampft-urmittelalt

Aus: „Indien von innen - rätselhaft magisch, wundersam fremd“
Verse in Farbe von Rainer Thielmann
© by Reiselyrik Verlag Emmelot & Thielmann GbR /
www.indienvoninnen.de
ISBN: 978-3-9812583-0-1
Text mit freundlicher Genehmigung von Rainer Thielmann für
Pressenet

musik, kunst, lyrik, satire

Den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr sehen

Nach den endlosen Regentagen und -wochen kann man mit den Hunden wieder längere Waldgänge in Angriff nehmen. Selbst die Katze verlangt, wenn auch nur kurz, nach Sonnenstrahlen. Im Wald erkennt man kaum die alten Wege wieder - alles zugewachsen, eingeengt, die Maisfelder am Waldrand mannshoch. Man sieht den Wald vor lauter Gestrüpp nicht mehr. Dann denke ich: So geht es mir doch eigentlich auch - manchmal...

Zu Hause haben sich überflüssige Dinge angesammelt, die man nicht mehr benötigt. Der Frühjahrsputz wurde sowieso vergessen. Im Keller stapeln sich Altpapier, leere Dosen und Flaschen. Urlaubsmitbringel der letzten Jahre liegen verstaubt in irgend einem Regal neben veralteten TV-Zeitschriften. Die Schubladen quellen über von Dosen und Tüten mit Dingen, die eigentlich in ein Museum gehören. Mein Gott, wie funktioniert nochmal ein Atari? Wofür horte ich diese ganzen Ladegeräte? Ich habe keine Ahnung, zu welchem Gerät die eigentlich gehören. Die Handies gibt es schon lange nicht mehr. Ziemlich kurzlebig, diese Ganzkörper-Telefonzellen.

Aber wenn wir schon den Waldgang dazu missbrauchen, Pläne zum Aufräumen zu schmieden: Da war doch noch dieser Typ, der mit meiner letzten Freundin... Den hab ich ja noch in meiner Adressliste - also auch gleich löschen. Und seit Jahren schleppt man die wohl längst ungültige Telefonnummer der ersten Ex mit sich herum. Gut, die Nachbarn lass ich drin - kann ja sein, dass der Gerd von nebenan mal wieder beim Reifen wechseln helfen kann :-)

P's Adresse - ja, da hab ich nie mehr zurück geschrieben... immer ist etwas dazwischen gekommen. So lange her, jetzt wüsste ich nicht mehr, wie ich anknüpfen könnte. Schade eigentlich, aber was solls. Weg damit. Versiebt ist versiebt.

Ja, Adressbücher und Kontaktlisten ausmisten. Dann Netzwerke und Communities prüfen - hier lohnt es sich sehr wohl, ordentlich aufzuräumen - da kennt man doch keinen wirklich persönlich. Dieser zeitraubende Klickwettbewerb aber auch - endlich mehr Zeit für andere Dinge. Was mich bei den Communities noch wundert, dass dort oft Leute von früh bis Mitternacht klicken, einen Status nach dem anderen abgeben und wie wild Herzchen verteilen - obwohl die doch einen Laden haben oder auf dem Markt einen Stand. Haben die ihren Laptop um den Hals gebunden?

Mit einer Hand an der Kundenkasse - mit der anderen in der Community?

Ich habe oft den Gedanken, dass Communities eine riesige Einkaufsmeile mit vollen Auslagen und leeren Läden sind. Ich meine, wann machen die denn all die großartigen Dinge, von denen sie immer schreiben. Oder erzählen die von einem Leben, das es längst nicht mehr gibt? Spielen die vielleicht eine Art SimLife im Net? Was ist nun wirklich, und was nicht?

Die Türe stets offen lassen sollte man aber schon einigen lieben Menschen - aber welchen? Kurt und Rita, Bernd aus Frankfurt, Familie Esser ... ach ja: Omi.

Nichts zum Schreiben dabei im Wald. Wir machen uns einen Knoten ins Ohr. Das werde ich nach meiner Rückkehr wohl noch im Kurzzeitgedächtnis behalten haben. Wenden wir uns doch wieder der Natur zu - die eigenen Scheuklappen öffnen und Energie tanken.

Eigentlich ist es fürchterlich, dass mich das Net immer begleitet, sogar hier beim Stöckchenwerfen, oder ist das auch nur eine Simulation? Habe ich vorhin vielleicht meinen Kontakten gepostet, dass ich mit den Hunden in den Wald gehe? Einen Moment lang beutelt mich der verrückte Gedanke, dass ich am PC sitze und mir nur vorstelle, hier im Wald zu sein.

Müde und ausgelaugt ziehen mich die Hunde nach Hause. Jeder bekommt etwas zu trinken, ich dusche mich ausgiebig und lege mich danach gemütlich mit der Katze aufs Sofa. Und am Ende bleibt alles beim alten - lassen wir das Dickicht der Wälder und Netzwerke weiter wachsen und gedeihen. Im Herbst fallen die Blätter auch ohne meine Hilfe vom Baum.

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Die besten Bands der Welt

Puck Grünenwald: Litha

Eine Abschweifung - das Schreiben betreffend

Ein wenig zu faul zum Schreiben, aber mir ist vielleicht nach malen. Was nehmen wir für diesen Anlass? Dunkle Töne für die Umgebung... ja... Purpur und Schwarz. Zuerst den Bildhintergrund... man könnte Felsen ahnen und Bäume, hohe Bäume. Vielleicht ein Tannenwald. Oben in die Mitte setze ich eine sacht gelblichweiße Mondscheibe... noch fast vollständig rund... nächtliche Wolkenstreifen in pudrigem Grau.

Unmerklich heller werdende Töne zum Bildmittelpunkt hin... und da gehts durch: zinnoberrot und orange... leuchtendgelb... ich klatsche geradezu ein großes Feuer auf die Leinwand. Das ist ein Mittelpunkt, der die Augen fängt auf der eher kühlen Hintergrundkomposition... jetzt drücke ich aber jede Menge Tupfen auf die Palette... viele helle Farben. So, jetzt Strich auf Strich - es werden Menschen daraus. Sie sitzen um das schöne Feuer... lachen... essen. Andere stehn und sehn in die Flammen, fasziniert und hingerissen... Kinder sitzen überall dazwischen. Diese da auf dem Baumstamm haben Instrumente... kleine Trommeln und Flöten... der Frau da gebe ich eine keltische Harfe... ebenso dem Mann daneben.

Nicht ganz einfach mit den Saiten... aber man sieht sowieso nur die Reflexe des Feuers darauf. Das ist schon eine Menge Leben da auf der Leinwand... eine Gruppe von Leuten tanzt... ja, sie tanzen nach alter Art, im Kreis. Gefällt mir!! Da werden Becher geschwenkt und es wird nachgeschenkt... ein paar Fässchen habe ich schnell gepinselt. Man hört richtig das Prasseln der Flammen... man sieht auch, dass gesungen wird. Sie singen... nun, sie singen von Erinnerungen an alte Freundschaft und Verbundenheit, die sie von weit her berührt - nicht nur aus diesem Leben... sie singen für das Licht, das mit dieser Nacht wieder abnimmt, da die Tage wieder kürzer werden.

Sie beschwören das innere Licht und die Wärme mit ihren Liedern... denn das wird nie abnehmen, das wissen sie. Tiere haben gefehlt, tatsächlich gelingen mir einige große und struppige Hütehunde, die vollgefressen auf der Seite liegen und zufrieden im Schlaf mit den Läufen zucken... fertig. Die Sachen lass ich hier liegen... wer noch Ideen hat, bringe sie einfach auf die Leinwand.

Licht und Wärme... für uns eher selbstverständlich... bzw. nicht mehr an Zeiten gebunden. Für die Alten war das anders. Lebenswichtig und deshalb kostbar... und so feierten sie die Sonnwenden... wir werden es heute nicht mehr nachvollziehen können, wie ihnen zumute war und was es für sie bedeutete. Wenn wir in ein Lagerfeuer sehen oder eine offene Flamme lange betrachten, überkommt uns vielleicht eine Ahnung... so ein Gefühl. Es ist immer gut, über manche Begrifflichkeiten wie Freundschaft oder Licht zu meditieren... sie wirklich zu be-greifen und ihre tatsächliche Art zu spüren. Macht aus den Worten keine abgegriffenen Chips, die von Hand zu Hand gehen und kaum einen Wert besitzen außer dass sie schön klappern in der Hand.

Euch allen ein schönes Litha...

© Text mit freundlicher Genehmigung von Puck Grünenwald / Pressenet www.pressenet.info

(Das Lithafest ist einer der acht Hexensabbate und ein Fest, das an der Sommersonnwende am 20. oder 21. Juni gefeiert wird. Dieses Fest wird neben den traditionellen Mittsommerfeiern in Skandinavien auch im deutschsprachigen Raum begangen.)

Christiane Rühmann - Geschichten

Manfred Dechert - An den Dichterkollegen mit dem rollenden R

Wenn mal Tote Autos fahren
Verwundert uns wohl dies Gebaren
Sitzt jedoch ab und an ein Dichter drin
Ergibt sich ein skuriller Sinn
Etwas bizarr etwas makaber, aber –
Viel schöner als Theologengelaber
Wenn ein guter Dichter Urlaub hat –
Ziehts in heim, in seine Stadt

Wenn Ringelnatz mal für einen Tag
Die Welt etwas chaotisch machen mag
Verrückte Dinge das Herz nun berühren
Wird er uns zu neuen Reimen führen
Wenn Dichter K. nun über meine Schulter schaut –
Weiß ich: dies Gedicht wird in seinem Geist gebaut
Nur frisch voran und mit rollendem rrr…
Und mach Dir Deinen Reim doch nicht so schwerr..

Wenn mal Hunde Porsche fahren
Wird sich mancher energisch verwahren
Jedoch stellt sich die Frage eher dahingehend –
Fährt der Hundefahrer vooorheerseeheend
Fährt er so dann stets verkehrsbewußt
Strahlt der Tierfreund: Ich habs ja gewusst
Lasst doch öfters Tiere an das Steuer –
Dies belebt das Straßenbild doch ungeheuer

Wenn mal die Welt ganz irre scheint
Und mit Staunen oder Schauen nun vereint
Frägt sich der irritierte Straßengänger
Geht der liebe Wahnsinn nun noch länger –
Oder kehrt der Alltagswahnsinn wieder ein –
Nein, dann lasst doch lieber
Tiere Tote Dichter und Verrückte
Piloten unseres Herzens sein

Wenn der Dichterfreund K. mit frohem Schritt
Und rollendem R wieder ins Quadrat nun tritt
Frisch erholt und mit flottem Wort
Erzählt er von Literaturgesprächen dort
Bevor er seine Limericks auspackt und
Überzieht und überzieht und überzieht –
Wird er gerade deswegen von uns geliebt
Wenn ein guter Dichter von drüben Urlaub hat –
Ziehts in heim in seine Stadt

Anmerkung: Dichter „K“ ist in dem Fall der Dichterkollege Adolf Kutschker, Mitglied auch bei den Mannheimern „Räubern“, der achtzigjährig verstarb. Kutschker war ein Mannheimer Literatur-Original, das in der Tradition von Heinz Ehrhardt Verse, Reime, Limericks und Prosa vortrug, und „das literarische Quadrat“, einen Literatentreff, leitete.
Über Manfred Dechert: http://raeuber77.de/Dechert.html
Text mit freundlicher Genehmigung von Manfred Dechert
Pressenet www.pressenet.info

musik, kunst, lyrik, satire

Verheiratet

Verheiratet ist nicht nur ein Wort, sondern ein ganzer Satz.

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Amazon Rainforest Club

Kann man sich ... ?

Kann man sich denn nicht lieben ohne alles zu erzwingen?

© Pressenet www.pressenet.info

Sebastian Burckhardt

Lyrik von Elisabeth Zimmerer - Narrenpossen

Lachend zogen Wohlstandsnarren
einstmals einen schweren Karren
hochbeladen mit den Dingen
die sie nicht entbehren mochten
über Täler, Berg und Höhn.

Doch sie dachten, dies Gefährt
sei erst halbvoll und nichts wert.
Andere Narren sagten ihnen
was sie unbedingt noch brauchten
um im Kreise der erlauchten
Anspruchsdenker mitzuziehen.

Wie sie rannten, wie sie schafften
wie sie Geld zusammenrafften!
Alles mögliche sich kauften
und dann auf den Wagen luden
bis er endlich überquoll.

Lehnten keuchend sich sodann
an die mächtge Fuhre an
zogen hin und schoben her
zerrten kreuz und liefen quer,
bis der Karren seitwärts kippte
und sie unter sich begrub.

Unversehrt, doch leicht benommen
sind dem Fuhrwerk sie entkommen
um zu sehn, wie mit viel Krach
landet just ein Teil der Habe
im vorbeifließenden Bach.

Als er so am Ufer stand
sagte drauf der Narrenvater,
eigentlich sei es ganz richtig,
daß der Krempel baden ging.
Denn mit weniger Ballast
könnt man besser weiterziehen!

Was sie brauchten, was auch wichtig
das sei ihnen doch geblieben.
Allerdings muß er sich fragen:
Kann man Narren denn belehren
oder sie sogar bekehren?

Was sie erlebt, ob sie`s verstehen?
Das ist noch nicht vorauszusehen.

© Text mit freundlicher Genehmigung von Heidrun Musser www.heidrun-musser.de
Pressenet www.pressenet.info

Christiane Rühmann - Geschichten

Lyrik von Friedrich Treber - Oase des Augenblicks

Mondlicht, Schneespiegel
wirft es durch's Fenster.
An meiner Schulter
dein Gesicht:

Schutzstarre ledig,
Lichthauch von innen,
Schönheit, die Wachlauer
in dir versperrt.
Zufallskind Nähe
ließ es sie sickern?

Wohlig im Wärmebett
deines Körpers
seh' ich zwei Wege
bleiben in sich.
Weiß ohne Trauer:
Erwachen schon findet
beide im Rückzug
zum eigenen Pol.

Mehr, wie man sagt, ist
uns nicht gegeben.
Mehr wohl forderte
ich nicht, nicht du.
Mehr, wem wög' es so
schwer, es zu kaufen,
willig zu opfern von
Haben und Soll?

© Text mit freundlicher Genehmigung von Friedrich Treber. Der Künstler und Schauspieler Friedrich Treber, Jahrgang 1943, ist Lehrer im Ruhestand und lebt im pfälzischen Pirmasens.

Werkverzeichnis Friedrich Treber:
Ein Geschenk für Lehrer Müller? Weinheim, 1994
Sitzengeblieben. Weinheim 1994
Glaube, Liebe, und so weiter. Weinheim 1998
Alleine hält das keiner aus! Weinheim 1999
CD: Steine und Blumen. Laura Records, Eisenberg/Thüringen 2005
CD: Von der anderen Seite. Laura Records, Eisenberg/Thüringen 2008

musik, kunst, lyrik, satire

Puck Grünenwald: Was wäre wenn...

...Cheops nicht auf seinen Baumeister gehört hätte,
...Kleopatra nicht die Idee mit dem Teppich gehabt hätte,
...Alexander lieber in den Tavernen herumgehangen hätte,
...Montezuma entschlussfreudiger gewesen wäre,
...Gaius Julius Cäsar an dem Tag zu Hause geblieben wäre,
...die Hebräer nicht in Gefangenschaft geraten wären,
...Theoderich als Kind gestorben wäre,
...Boudicca ihren Kampf gewonnen hätte,
...wenn... wenn... wenn... wo wären wir, wäre ich, wärest Du?

Wen liebten wir, liebtest Du... wen liebte ich... ?
Wer wärest Du, wären wir - wären wir die, die wir sind?

© Text mit freundlicher Genehmigung von Puck Grünenwald

Pfaffelnews

Das Wirtshaus im Spessart

Vor langer Zeit, als es noch üblich war, dass die jungen Handwerksburschen auf Schusters Rappen durch die Lande zogen, waren zwei junge Männer auf dem Weg durch den großen Wald. Es fing schon an zu dämmern, und der Jüngere, ein Goldschmiedegeselle, fühlte sich ziemlich unbehaglich.

Er bereute schon, dass er sich auf den Vorschlag des um ein wenig älteren Zirkelschmiedes eingelassen hatte. Der hatte wohl gemeint, man könne noch ein gutes Stück Weg hinter sich bringen, bevor es endgültig dunkel würde. Außerdem fände sich im Wald ein Gasthaus, das sei ihm beschrieben worden.

Unter gutmütigem Streiten und Aufmunterungen, die die Furcht des jüngeren Gesellen mildern sollten, kamen sie recht gut voran. Und tatsächlich sahen die beiden bald ein Licht durch die Bäume blinken. Bei diesem Anblick fielen dem Goldarbeiter alle Gruselgeschichten von Kobolden und Irrlichtern ein, aber der Ältere zog ihn lachend vorwärts auf den hellen Schein zu, welcher sich als erleuchtetes Wirtshausfenster erwies.

In der Gaststube trafen die erleichterten Gefährten auf einen freundlichen jungen Studenten und einen wackeren Fuhrmann, welche sie freundlich begrüßten. Die Wirtin und das Gesinde hielten sich recht abseits und machten im Ganzen nicht den Eindruck einer freundlichen Wirtschaft, und so kamen die vier Reisenden bald in ein Gespräch.

Man sprach über die Geschichten, die über den Spessart erzählt wurden und die vor allem von Räubern handelten, die hier ihr Unwesen treiben sollten. Es seien schon manche Reisende auf Nimmerwiedersehen verschwunden, meinte der Fuhrmann. Ein Gasthaus im Wald solle da eine höchst zwielichtige Rolle spielen.

Man begann, sich mit prüfenden Blicken in der Gaststube umzusehen, und es machte sich eine recht unbehagliche Stimmung breit. Dem jungen Goldschmied wurde es angst und bange, trug er doch einen schönen Satz Schmuck mit sich, den er selber angefertigt hatte und seiner Wohltäterin und Patin überbringen wollte. Jene Dame hatte sich seiner angenommen und von ferne unterstützend und wohlwollend gewirkt, als er seine Mutter verloren hatte. Allein um diesen kleinen Schatz ging es ihm, um mit dem Geschmeide seinen Dank abzutragen.

Tatsächlich aber wurden die vier Zufallsbekannten immer sicherer, dass sie in eine Falle geraten seien und beschlossen, auf keinen Fall zu schlafen, damit man sie nicht wehrlos überwältigen könne. Und um sich wachzuhalten, erzählten sie Geschichten.

Der Zirkelschmied war gerade mitten in der "Sage vom Hirschgulden", als die Wirtin an den Tisch trat und mit barschem Gehabe verlangte, dass man nun zu Bett gehen müsse, da sie nun selber ruhen wolle.

Das war nun ein ungewöhnliches Ansinnen in einer Gaststube, aber die Gefährten merkten wohl, dass man sie aus dem Weg haben wollte und zogen sich zurück. Als sie alleine waren, beratschlagten sie, was nun zu tun sei. Es blieb allerdings nichts anderes übrig als abzuwarten, denn die Fenster in den Kammern erwiesen sich als vergittert. An eine Flucht war also nicht zu denken. Also rückte man wieder zusammen und unterhielt sich weiter mit Erzählungen. Reihum steuerte jeder etwas bei, um den Schlaf fernzuhalten, was sich auch als vortreffliches Mittel erwies.

Plötzlich wurde es unten vor dem Haus lebendig, Räderrollen und Pferdegetrappel war zu hören. Dann waren die schmeichelnden Stimmen der Wirtsleute zu vernehmen. Der Fuhrmann öffnete die Tür einen Spaltbreit und sah eben noch, wie zwei Damen in einer Kammer verschwanden. Ein breitschultriger Jäger hatte sie begleitet und wollte eben den Gang hinuntergehen, als der Fuhrmann ihn mit raschen Griff in die Stube zog.

Man erklärte dem Überraschten, was sich am Abend ereignet hatte und womit man noch rechnete. Der Jäger eskortierte seine Herrin, eine Gräfin und deren Begleiterin. Durch dessen Bericht wurde der finstere Plan offenbar, denn auf die Damen hatte man es abgesehen, weswegen die übrigen Gäste so früh aus dem Weg hatten geschafft werden sollen. Ein Blick aus dem Fenster zeigte, dass sich die Räuberbande offen vor dem Haus bewegte und mit den Wirtsleuten beriet. Man verbarrikadierte nun den Raum der Gräfin und bezog Posten oben auf der Treppe, ausgerüstet mit den Pistolen, die der Jäger bei sich hatte.

Somit wurde den Wegelagerern ein übler Empfang bereitet, als sie endlich zur Tat schreiten wollten. Die Sache stand nun gleich zu gleich und die Räuber verlangten die Herausgabe der Frauen, in deren Fall sie den übrigen freien Abzug gewähren wollten. Da verfiel der Goldschmied auf eine List. Klein und zierlich gewachsen wie er war, würde er in den Kleidern der Gräfin wohl einige Zeit ohne Entdeckung bestehen können. So wäre wenigstens die Dame in Sicherheit, bis die Freigelassenen für Hilfe sorgen könnten. So wurden die Kleider getauscht und die Gräfin konnte als Bursche getarnt entschlüpfen, während der Jäger und der Junge mit der Bande ziehen mussten.

Im Lager der Räuber nun wurde ihnen kein Ungemach bereitet, man begegnete der "Dame" mit vollstem Respekt. Mit zitternder Hand und mit ständiger Angst sich zu verraten, hatte der Junge ein Schreiben an den Grafen verfasst, in dem er um die Zahlung des Lösegeldes bat. Das tat er auf Geheiß der Entführer, denen es vor allem darum gegangen war.

Um die Zeit totzuschlagen, in der nichts unternommen werden konnte, wurden wieder die Geschichten hervorgeholt und erzählt. Die Entführer allerdings waren mittlerweile auch in Bedrängnis geraten, da durch den Grafen und seine Männer jeder Weg kontrolliert wurde und man allenthalben auf der Suche nach der Bande war.

Schließlich bat der Räuberhauptmann um eine Unterredung. Falls man sich für ihn verwenden wolle, würde er zur Flucht verhelfen und ein neues Leben beginnen, als Soldat oder Söldner. Das sagte die "Gräfin" zu, und unter der Führung des Räubers flohen sie aus dem Lager. Bald trafen sie auf die Männer des Grafen, die sie zum Schloss brachten. Hier trafen sich alle glücklich wieder und berichteten einander von den Geschehnissen.

Der junge Goldschmied erzählte von seiner Mission und zeigte seinen Schatz, den er noch überbringen wollte. Beim Anblick der gefassten Steine tat die Gräfin einen überraschten Ausruf - waren es doch ihre eigenen, die sie ihrer Kammerfrau übergeben hatte. Und jene war niemand anders als die Mutter des Handwerksburschen, der nun seiner Gönnerin den Schmuck übergeben konnte. So fügte sich alles zum Guten. Sogar für den Räuberhauptmann, dem sein Verhalten hoch angerechnet wurde und der sich in Italien ein neues Leben als ehrbarer Soldat aufbaute.

Die Gefährten verloren sich nicht aus den Augen, der kecke Zirkelschmied wurde nach seinen Reisen in demselben Ort ansässig wie der junge Held der Geschichte.

Und wenn man gemütlich zusammen saß und der alten Zeiten gedachte, da meinte der Eine oder Andere, dass Spuk- und Gespenstergeschichten zuweilen wohl lebensrettend wären und durchaus keine Zeitverschwendung.

Nacherzählt von Ilona Elisabeth Schwartz http://www.pressenet.info/ 

Christiane Rühmann - Geschichten

Berthold Zimmerer: Persiluhr

An der Persiluhr ist damals die Sache zu Ende gegangen. Das ist mir eingefallen in jener Oktobernacht. Nach der Kneipe bin ich in die Stadtmitte geschwommen als letzter und einziger Spätwanderer. Ich habe versucht, den Nebel in meinem Kopf loszuwerden, den Rauch in der Kehle zu mildern.

Dann bin ich auf die Persiluhr gestoßen, auf die Frau mit den strahlend weißen Kleidern, auf das ausgezogene "S" beim PerSil. Ein sonderbares synthetisches Grün war an ihr. Die ersten LKWs sind vorbeigefahren, Gemüse zum Markt, und ich habe mir gedacht, was wäre wenn einer hinten in der Ladepritsche säße, so ein stiller Revolutionär. Aber die Zeiten waren nicht danach. Revolutionäre kommen in Deutschland nicht von unten. Revolutionen werden von oben angeordnet.

Die Normaluhr zeigte viertel nach fünf und dann ist mir die Geschichte eingefallen, die mich mit der Persiluhr verbindet.

Ich hatte eben den zweiten Monat im Krankenhaus hinter mir. Ich hatte mich eingewöhnt und war bei jeder Dummheit dabei, sofern sie nicht übertrieben war. Wegen des Fernsehers, den ich im Zimmer hatte legten sie eine Frau vom Nebenzimmer herein. Sie lag im Bett und sagte nichts. Der TV Apparat hat drei Tage lang spektakelt. Dann habe ich sie gefragt, warum sie nicht spricht. "Was soll ich sagen?" fragte sie.

Inzwischen kamen immer mehr Menschen zu meinem Gerät und manchmal ging die Unterhaltung von alleine gut, so dass man die Flimmerkiste ausschalten konnte. Aber die von nebenan sagte immer noch kein Wort. Sie sei durch eine Scheibe geflogen bei einem Aufprall, verriet uns die Schwester. Autounfall, etliche Knochen gebrochen. Aber eine nette Auswahl hatte ich auch vorzuweisen. Kein Mensch konnte mir zu diesem Zeitpunkt sagen, ob mein Bein wieder heil werden würde. Es muß werden, sagte ich mir. Vorbei mit Depressionen und Alleszuspät, ich wollte es glauben. Diesen trotzigen Optimismus wollte ich auf die Frau übertragen. "Du hast es gut," sagte sie, als sie endlich den Mund aufmachte. "Wenn ich rauskomme und kann nicht mehr richtig gehen, dann kriege ich doch nie einen Mann." "Mach doch keine Sachen," sagte ich hilflos. Irgendwie begriff ich, um was es ihr ging.

Raus aus dem Nähsaal, Braut, Mutter sein, versorgt sein. Diesen guten alten illusorischen Weg der Frauen gehen die glauben mit der Hochzeit ist alles gelaufen. Nun der Unfall, und jetzt war alles gefährdet. Vielleicht gab's für sie nur noch den Nähsaal. So sind wir doch noch zum reden gekommen.

Und sie hat mich gefragt, ob ich nicht heiraten will. Und ich habe gesagt, nicht bis ans Ende meiner Tage.

Irgendwann ist sie dann entlassen worden. Erst als sie weg war, habe ich begriffen, dass ich gerne der Mann gewesen wäre den sie suchte. Natürlich suchte sie nicht mich und nicht meinesgleichen. Aber vielleicht konnte man ihr das erklären. Übers Wochenende durfte ich nach Hause. Kumpels brachten mich zu ihr. Fast jeden Tag habe ich sie angerufen. Dann gab es da die Geschichte mit dem Häuschen, ein Häuschen im Garten für sie allein. Ich sagte, der Vermieter muß das genehmigen. Der Vermieter erlaubte es oder auch nicht. Ich besorgte ihr Planen, um das Häuschen oben zuzudecken.

Morgens zehn vor sechs, Persiluhr, ticktack ein schwarzer Zeiger springt weiter. Ich sollte endlich nach Hause gehen.

Dann war sie weg. Ich habe angerufen, sie war mit ihrem Freund übers Wochenende verreist. Ich stand da und kam mir sehr dumm vor. Später hat mir die Schwester gesagt, sie sei wieder da. Schlaftablettenvergiftung. Zuerst war ich mir nicht sicher, ob mich das etwas angeht. Auch noch Liebeskummer... in meiner Lage... Aber dann bin ich doch wieder zu ihr gegangen. "Was machst du denn jetzt wieder?" Habe ich überflüssigerweise gefragt. "Ich habe zuwenig Tabletten genommen," antwortete sie. "Es gibt nie einen Grund, die Hoffnung aufzugeben," sagte ich.

"Ich habe nur zuwenig Schlaftabletten genommen," sagte sie trotzig. "Es ist nur weil du Angst hast, daß du diesen Freund nicht halten kannst," habe ich ihr vorgeworfen. Sie hat nur ihre porzellanblauen Augen aufgerissen. Da fuhr ich endgültig aus der Haut und sagte ihr sie soll doch Tabletten essen soviel sie will. Wem nicht zu raten ist, dem ist auch nicht zu helfen. Sie hat mich wieder mit diesen porzellanblauen Augen angesehen und gesagt: "Wenn du der letzte Mann auf Erden wärest, würde ich dich auch nicht heiraten."

Es gab noch ein paar turbulente Tage, dann habe ich die mit dem großen Maul kennengelernt. Sie war mir bald schon vertraut, so vertraut, daß ich mich heute noch frage, was ich in ihr versäumt habe. Die mit dem großen Maul sagte: "Das ist einfach so ein Mauerblümchen. Das gibt nichts. Du bist doch kein Mauerblümchen." Die mit dem großen Maul schrieb mir großmäulige Briefe aus der Klinik, in die man sie verlegt hatte. Und ich habe die mit den Schlaftabletten nur ein einziges Mal wiedergesehen.

Das war hier vor dieser Persiluhr. Die Klinikautos halten hier um die Patienten vom Bewegungsbad ins Krankenhaus zu bringen. Wir standen einander gegenüber in dicken Mänteln und mit Krücken. Die Persiluhr hat ihr unnatürliches Grün durch das Grauweiß der fallenden Schneeflocken geschickt.

Ein rostroter Sonnenuntergang war über den Dächern und grauweiße Qualmwolken kamen aus den Schornsteinen. Eines der Autos kam und ich sagte: "bitte," und sie stieg ein. Gleich danach kam noch so ein Auto. Ich hätte nicht gewußt, was ich sonst hätte sagen oder tun sollen.

© Text mit freundlicher Genehmigung von Heidrun Musser www.heidrun-musser.de

musik, kunst, lyrik, satire

Menschen - Hunde - Katzen

Hunde kennen nicht viele Antworten, die den Menschen nützen...  eine Katze bräuchtest du.

Hinter deren Edelsteinaugen liegen Antworten auf fast alle Rätsel.

Sie mögen uns aber nicht genug, um ihr Wissen mit uns zu teilen. 

Computer Consultants gets IT done

Puck Grünenwald: Das Poster

Dieses Bild hängt in der Küche direkt über dem Tisch... während ich darauf warte, daß der erste Kaffee greift, habe ich es täglich vor Augen. "Oh Norma Jean", denke ich - wie würde es Dir heute so ergehen? Platinblond ist ja nicht mehr so, Kindchen. Deine neckischen und ach so typischen Brauen... na da müßtest du Dir etwas einfallen lassen. 

Während sich das Koffein endlich langsam seinen Weg in die Schaltzentrale bahnt, versuche ich Marilyn so umzustylen daß sie bei Aldi nicht auffallen würde. Da ich noch nicht ganz auf der Höhe bin, sehe ich Suzie Quatro vor meinem geistigen Auge (wieso bloß) auftauchen. Nee, auch nicht unbedingt auf dem neuesten Stand. Ein Computerprogramm müßte man dazu benutzen, denk' ich. 

Aber wie   w ü r d e   sie sich denn nun stylen ... well then, der Kaffee hat's geschafft. Norma verschwindet vor meinem geistigen Auge und ich komme in den Stand. Gleich geht es ab zur Arbeit. Okay, bis demnächst mal, Norma Jean! 

© Text und Fotomaterial mit freundlicher Genehmigung von Puck Grünenwald

Pfaffelnews

Friedrich Treber - Bühne frei für Lügner?

Schauspieler dürften keine Lügner sein,
hast du gesagt, Albert Camus,
Scheinwerfer würden sie entlarven.

Sticht technisches Gerät die Sonne aus,
zeigt uns kostümlos, abgeschminkt,
entblöst als Täter unsrer Tat?

Wie nun, wenn Logen und Parkett
voll Viertels-, Halb-, Dreiviertelslügnern,
und deren Wünsche schwappten auf die Bühne?

Achtelslügner, ehrliche Personen
deckte weder Kleid noch Maske,
würden Narr für alle mehr und mehr.

Stiege Kunst so hoch und blieb so rein,
spiegelte in Wahrheit solches Miteinander,
Füllte sie dann Logen und Parkett?

© Text mit freundlicher Genehmigung von Friedrich Treber. Der Künstler und Schauspieler Friedrich Treber, Jahrgang 1943, ist Lehrer im Ruhestand und lebt im pfälzischen Pirmasens. 

Werkverzeichnis Friedrich Treber:
Ein Geschenk für Lehrer Müller? Weinheim, 1994
Sitzengeblieben. Weinheim 1994
Glaube, Liebe, und so weiter. Weinheim 1998
Alleine hält das keiner aus! Weinheim 1999
CD: Steine und Blumen. Laura Records, Eisenberg/Thüringen 2005
CD: Von der anderen Seite. Laura Records, Eisenberg/Thüringen 2008

Christiane Rühmann - Geschichten

Arne Vierlinger - Die Geschichte von Glück und Neid

Wie das so ist mit dem Glück, das andere haben und Du nicht.

Glück kommt nicht zu einem geflogen wie auf Wolken von oben.

Glück muß man sich verdienen aber nicht mit dummen Geschwätz
und Sauermienen.

Zu dem das Glück gekommen, Er hat es meist vor lauter Arbeit
nicht bemerkt nicht wahrgenommen.

Nur Menschen die selbst nicht schaffen, dumm Reden, bei anderen
in die Wohnung gaffen
die haben sehr viel Zeit und dadurch wächst der

    NEID

Sie schauen und Sie schauen, als das Sie selber bauen.
Vor Wut und Neid dann ganz benommen sagen Sie, warum ist zu
Ihm und nicht zu mir das Glück gekommen.

    UND DIE MORAL VON DEM GEDICHT

Hast Du keine Zeit, gibt`s keinen Neid. Schau nach vorn und
nicht zurück. Du wirst es sehen es kommt das Glück.

Doch stiehlt man sich und anderen die Zeit kommt nicht das
Glück, dann kommt der Neid

    DER DIEB DER ZEIT!

© Text mit freundlicher Genehmigung von Arne Vierlinger, Sasbach 2007

musik, kunst, lyrik, satire

Freunde

Jemand fragte ich mich einmal, wie lange wir Freunde bleiben.

Ich schwieg, weil ich nicht weiß, welcher Zeitraum länger ist:
"immer" oder "ewig".

Die besten Bands der Welt